Autor: Kerstin Pflieger
Titel: Der Krähenturm
Verlag: Goldmann
Erscheinungsort und -jahr: München, Januar 2012
Titel: Der Krähenturm
Verlag: Goldmann
Erscheinungsort und -jahr: München, Januar 2012
Seitenzahl: 472
Preis: 12,00 €
ISBN: 978-3-442-47679-4
Begonnen zu lesen: 24.01.12
Begonnen zu lesen: 24.01.12
Beendet: 06.02.12
Inhalt: Just seinen ersten, gefährlichen Auftrag im Namen des Ordo occulto hinter sich, soll der junge Gelehrte Icherios Ceihn auch schon wieder zur Kanzlei in Karlsruhe, um seinen neuen Auftrag entgegen zu nehmen. Doch statt eine gefährlichen Reise wartet ein Medizinstudium in Heidelberg auf ihn. Davon hatte er schon immer geträumt! Die Bedenken seines Mentors Raban, ein Vampir, teilt er nicht; Dieser weist ihn eindrücklich darauf hin, dass Icherios zur Andreasnacht zurück nach Karlsruhe muss, denn in dieser Nacht wird der Strigoi in ihm wach, der Menschenfresser. Doch so ganz unbeschwert kann er die Fahrt nicht auf sich nehmen, denn man weist ihn ebenfalls darauf hin, dass dem Leiter des Ordens in Heidelberg nicht zu trauen sei. Wird Icherios nur als Spion missbraucht? In der neuen Stadt angekommen kann das leichte Studentenleben nicht davon ablenken, dass die Spuren seines ermordeten Freundes den selben Weg gegangen waren, wie Icherios. Konnte er überhaupt jemanden trauen? Da Situation wird nicht unbedingt leichter, als er spührt, wie der Strigoi in ihm langsam hungrig wird...
Kritik: Nachdem ich den ersten Band Die Alchemie der Unsterblichkeit trotz einiger Schwächen sehr erfrischend und inspirativ fand, war ich sehr gespannt, was mich im zweiten Teil erwartete. Zuallererst fiel auf, dass der Nachfolger etwas dicker war. Auch bedient sich die Autorin einiger anderer Erzähltechniken, so verfolgt man nicht nur das Geschehen um Icherios, sondern auch das von anderen Figuren. Diese Art des Erzählens gestaltet den Roman komplexer und facettenreicher. Generell finden mehr tragendere Figuren Eingang in die Handlung und mehr Stränge werden aufgenommen, die lange Zeit mit den anderen nichts zu tun zu haben scheinen. Schließlich wird nach und nach ein vielschichtiges Gewebe geknüpft, das die Spannung ziemlich anheizt.
Wenn der Schwarzwald als Schauplatz schon düster und unheimlich war, so sind nach es Pfliegers Schilderungen die Straßen und Häuser von Heidelberg allemal. Wer zart besaitet ist, der sollte einige Szenen vielleicht überspringen oder sich einfach in eine schützende Wolldecke kuscheln, denn es geht an einigen Stellen recht brutal zu. Man kann gut und gerne behaupten, dass sich die Autorin in Sachen Spannungsaufbau und geheimnisvollen Andeutungen gebessert hat. Im Gegensatz zum ersten Band bleibt viel länger offen, wer Drahtzieher der ganzen Geschehnisse ist. Was allerdings noch ausbaufähig ist, ist das Ende: Auch in Der Krähenturm folgt es wie eine Sequenz des schnell-Abhandelns, wodurch es seine Ernsthaftigkeit ein wenig einbüßt.
Aber ansonsten ein schauriges Lesevergnügen, das die Nerven an einigen Stellen hart auf die Probe stellt.




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